Cocktailkleider

Es war die französische Modeschöpferin Coco Chanel, welche in den 1920er-Jahren das „Kleine Schwarze“ kreierte. Ein neuer Stil, eine völlig neue Kleiderform war geboren, das „Cocktailkleid“.
Dieser Name rührt daher, dass vorrangig in den 50er und 60er Jahren am späten Nachmittag, oder auch nach dem frühen Abendessen, Cocktails serviert wurden. Alltägliche Kleidung schien für den Anlass zu schlicht, Abendkleidung dagegen zu viel des Guten. Das Cocktailkleid, bestechend durch eine schlichte Eleganz und feminine Vielseitigkeit, hatte seine Nische gefunden.

Maximal wadenlang, mit dezentem Dekolleté und körpernahem Schnitt präsentiert es sich mal sommerlich leicht oder festlich elegant. Die Wahl bei der ewigen Frage „Was soll ich nur anziehen“, sollte stets dann auf das Cocktailkleid fallen, wenn kleine festliche Anlässe, gehobene Gartenpartys oder gar lockerere Feiern ausstehen. So lässt sich dieses wunderbare Kleidungsstück gut als Allroundtalent bezeichnen. Weniger auffällig als ein Abendkleid, schmeichelt es seiner Trägerin mit einem nicht zu engen Schnitt und vermittelt dezenten Sexappeal. Coco Chanels Ausspruch: „Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens. Das fängt beim Reden an und endet beim Dekolleté. “, vermittelt einen guten Eindruck, welche Intentionen die Designerin beim Entwerfen beflügelten. Ein Cocktailkleid überzeugt eben gerade dadurch, dass es ohne viel Schnickschnack auskommt. Gerade dieses Detail lies das Kleid sicherlich die Jahrzehnte überdauern.

Chanel-Chef-Designer Karl Lagerfeld widmet sich in seinen Kollektionen auch heute noch regelmäßig der Aufgabe, besagten Sexappeal des Cocktailkleides im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Ebenso wenig ist das Kleid von anderen Shows bekannter Modelabel, wie Prada, Versace oder Dior wegzudenken. Hervorzuheben ist hier der Designer Oscar de la Renta, welcher immer wieder auf ein Neues mit inspirierenden Kreationen verblüfft.

So darf der Kleiderschrank einer Frau also erst dann als einigermaßen vollständig bezeichnet werden, wenn man in ihm ein Modell des „Kleinen Schwarzen“ findet. Glücklicherweise für jede Modeanhängerin, muss die Kauflust bei einem Cocktailkleid allein nicht enden. Zu vielseitig erscheint auch dieses Jahr wieder das Angebot.
2010 sind die Modelle mit einem Neckholder die Trendsetter. Großes Augenmerk wird hierbei auf die feminine Seite der Trägerin gelegt. Faszinierend, dass auch die Cocktailkleider mit dem Prinzip der Funktionalität kombinierbar sind. So lässt sich bei aktuellen Modellen die Länge des Rockteils ganz nach Lust und Laune variieren. Auch farblich sollte für jeden Geschmack etwas zu finden sein. Knallige Farben, wie Rot und die It-Farbe Lila, daneben aber auch blumige Prints und dezentere Erdtöne sind vertreten. Das Thema der Ballerina wird vielfach aufgegriffen, gut für all jene Fashionistas, die ihre verträumte Seite hervorheben möchten. Allgemein geht der Trend eher in Richtung einer schlichten Eleganz. Pomp und allzu viel modische Verzierungen, wie Pailletten, sind dieses Jahr kaum zu finden. Allgemein lässt sich der Trend „Back to the roots“ ablesen. Viele Designer präsentieren ihre Kollektionen im Stile der 1950er Jahre. Dieses Jahrzehnt lässt sich nur als facettenreich bezeichnen. Gegensätze wie allgemeine Aufbruchsstimmung und Fortschritt, aber eben auch Nostalgie und Prüderie prägten das Design und vor allem auch die Mode.
Das Cocktailkleid ist und bleibt eben ein Multitalent.